Transaktionsversicherungen

Optimierung der eigenen Verhandlungsposition und zusätzliche Sicherheit in einem sich verschärfenden Markt

Jede M&A Transaktion entwickelt ihre eigene Dynamik. Einfluss auf die Preisfindung und die generellen Erfolgschancen der Transaktion haben insbesondere die Bereiche Kaufvertragsgarantien, Wettbewerb im Transaktionsverfahren und besondere Risikosituationen etwa aus offenen Steuerangelegenheiten, Rechtsstreitigkeiten oder potentiellen Umweltrisiken.

Neben den herkömmlichen Lösungen wie Kaufpreisreduktion, Freistellungen oder Garantien gibt es  Lösungen aus dem Versicherungsmarkt – die Transaktionsdeckungen. Maßgeschneiderter  Versicherungsschutz ist dabei konzeptionell in verschiedenen Grundvarianten zu erhalten:

Warranty & Indemnity Versicherungen, kurz W&I, bieten für die Käuferseite parallelen oder erweiternden Schutz vor drohenden Garantieverletzungen und die Verkäuferseite kann eine Absicherung gegen eine potentielle Verletzung von vertraglich vereinbarter Haftung einkaufen. Tax oder Litigation Buyouts sowie Umwelthaftpflichtdeckungen hingegen beseitigen Transaktionshindernisse indem sie unerwünschte Risiken von der Transaktion lösen. 

Die Motivationslagen für den Einsatz von Transaktionsdeckungen können sehr unterschiedlich sein. Kaufpreisoptimierung, Verbesserung der eigenen Position in einer Auktion, bilanzielle Finalität, Insolvenzsicherung, zusätzliche Sicherheit für finanzierende Banken, Absicherung der Verkaufserlöse zum Schutz der Limited Partner eines PE Funds, Ersatz für konventionelle Warranty Caps oder künstliche Verlängerung der Haftungsdauer, sowie generell die Überbrückung von Interessenkonflikten und das Ausräumen von Dealhindernissen sind nur einige der am meisten genannten Kaufargumente.

Der Hauptmarkt für solche Versicherungslösungen weltweit ist London. Er besteht aus einer überschaubaren Anzahl von Marktteilnehmern. In jedem Fall ist der Einsatz von qualifizierten Intermediären ratsam, um den gewünschten Erfolg zu erzielen. Preislich liegen solche Garantieversicherungen in Europa üblicherweise bei 0,75 bis 2,5 Prozent auf die gekaufte Versicherungssumme. Sonderdeckungen aus den Bereichen Tax, Litigation oder Umwelt sind regelmäßig teurer und beginnen bei 2,5 bis 3 Prozent der Versicherungssumme und sind nach oben hin offen. Die Deckung kann je nach Komplexität des Deals und Verfügbarkeit der Unterlagen bereits in 7 bis 12 Tagen organisiert werden.

Die Nachfrage nach Transaktionsdeckungen zieht deutlich an. In 2015 hat sich die Nachfrage nach solchen Deckungen im Vergleich zum Jahr 2014 um über 30% erhöht. Etwa 85 Prozent der Deckungen werden von der Käuferseite und ca. 15 Prozent sind von der Verkäuferseite gekauft worden. Die Käufer kommen zu jeweils 50 Prozent aus dem Lager der strategischen Investoren und dem der Finanzinvestoren.

Neben dem Interesse die eigene Verhandlungsposition zu verbessern und der Beseitigung von Hindernissen ist seit ein paar Jahren auch ein Anstieg der tatsächlichen Schäden zu verzeichnen. Bei etwa 25 Prozent der platzierten Policen liegen aktuell Schadensmeldungen vor. Es verbessern sich also nicht nur die Chancen auf einen erfolgreichen Deal, sondern auch die Sicherheit aller Beteiligten wird gesteigert, wenn es tatsächlich mal zu einem Schadenfall kommt. 

Transaktionsversicherungen sollten also ein selbstverständlicher Baustein im Handwerkszeug eines jeden Transaktions-Beteiligten sein. Diese zusätzliche Gestaltungsmöglichkeit bietet nur dem Vorteile der sie aktiv nutzt.